Description:

Virtual Port Channel (VPC) ist eine Virtualisierungs-Technologie, die zwei miteinander verbundene Switches als einen einzigen logischen Layer-2-Knoten für Geräte der darunterliegenden Zugriffsebene erscheinen lässt. Dafür sorgt der über VPC etablierte virtuelle Port-Channel-Verbund namens „VPC-Peer-Link“. Bei den angeschlossenen Geräten kann es sich um einen Switch, Server oder ein anderes Netzwerkgerät handeln, das die Link-Aggregationstechnologie unterstützt.

In diesem Artikel wird beschrieben, wie VPC auf LANCOM Switches mit LCOS SX 5.20 / 5.30 konfiguriert wird.

Es kann entweder Stacking oder VPC verwendet werden aber nicht beides gleichzeitig.

Die VPC-Implementierung in LANCOM Switches ist nicht mit der Implementierung anderer Hersteller kompatibel. 

Die Konfiguration von VPC muss über die serielle Schnittstelle erfolgen, da durch den Wechsel des Management-VLANs ansonsten die Verbindung zum Switch verloren geht.

Requirements:

Scenario:

Procedure:

1. Konfiguration von VPC auf dem VPC-Node-1:

1.1 Wechsel der Stacking-Ports in den Modus "Ethernet": 

1.1.1 Verbinden Sie sich über die serielle Schnittstelle mit dem ersten Switch (VPC-Node-1) und geben den Befehl enable ein, um erweiterte Rechte zu erlangen.

1.1.2 Geben Sie den Befehl show stack-port ein, um zu prüfen, welche Ports noch im Modus Stack konfiguriert sind. In diesem Beispiel sind das die Ports 1/0/29 und 1/0/30.

1.1.3 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.1.4 Passen Sie die folgenden Parameter an:

Der Neustart vom Switch ist zwingend erforderlich, um den Port-Modus von Stack auf Ethernet zu ändern.


1.2 Port-Änderung kontrollieren und VPC aktivieren:

1.2.1 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.2.2 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.2.3 Aktivieren Sie mit dem Befehl ip routing global die Routing-Funktion.


1.3 Layer-3-Interface für das VPC-Keepalive einrichten:

Für den VPC-Keepalive (Split-Brain-Erkennung) benötigen beide Switches ein dediziertes Layer-3-Interface. Für diese Aufgabe kann entweder ein Outband-Interface (Service-Port / OOB) oder ein Inband-Interface (VLAN-Interface) verwendet werden.

LANCOM Systems empfiehlt auf Switches mit Service-Port diesen für das VPC-Keepalive zu verwenden. Lediglich der XS-6128QF verfügt nicht über einen Service-Port, sodass auf diesem für das Keepalive ein VLAN-Interface konfiguriert werden muss.

1.3.1 Layer-3-Interface für das VPC-Keepalive auf den Service-Port einrichten (XS-4530YUP, XS-4554YUP, YS-7154CF, CS-8132F):

1.3.1.1 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.3.1.2 Passen Sie die folgenden Parameter an:

Sollen die VPC-Nodes auch mit dem Internet kommunizieren, muss auf dem Service-Port zusätzlich ein Gateway angegeben werden. Verwenden Sie dazu den Befehl serviceport ip <IP-Adresse> <Subnetzmaske> <Default-Gateway>. In diesem Beispiel sieht der Befehl also wie folgt aus:

serviceport ip 10.10.10.1 255.255.255.0 10.10.10.100


1.3.2 Layer-3-Interface für das VPC-Keepalive auf einem VLAN-Interface einrichten (nur XS-6128QF):

1.3.2.1 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.3.2.2 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.3.2.3 Passen Sie die folgenden Parameter an:


1.4 VPC-Domain erstellen und VPC-Keepalive aktivieren:

1.4.1 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.4.2 Passen Sie die folgenden Parameter an:


1.5 System-MAC anpassen:

Damit sich beide VPC-Nodes gegenüber untergerordneten Switches ohne VPC-Unterstützung als ein Gerät präsentieren können, muss auf den beiden VPC-Nodes eine virtuelle MAC-Adresse für das VPC angegeben werden.

Passen Sie die folgenden Parameter an:

Um Konflikte mit anderen Systemen zu vermeiden, empfiehlt es sich eine Locally Administered MAC Address (LAA) zu verwenden. Wenn ein MAC Address Generator genutzt wird, ist darauf zu achten, dass das U/L Flag = 1 gesetzt wird (LAA).

Werden weitere VPC-Nodes im Szenario betrieben, muss auf diesen eine abweichende System-MAC vergeben werden. Ansonsten führt dies zu Kommunikations-Problemen!


1.6 VPC-Peer-Link erstellen:

Das Management-VLAN darf den VPC-Peer-Link nicht passieren. In der Standard-Einstellung ist das VLAN 1 als Management-VLAN hinterlegt. Sofern dieses VLAN den VPC-Peer-Link passieren soll, muss das Management-VLAN durch ein Dummy-VLAN ersetzt und die Routing-Funktion für dieses VLAN aktiviert werden.

1.6.1 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.6.2 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.6.3 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.6.4 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.6.5 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.6.6 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.6.7 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.6.8 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.6.9 Passen Sie die folgenden Parameter an:

Wurde das Layer-3-Interface für das VPC-Keepalive in Schritt 1.3.2 auf einem XS-6128QF eingerichtet, muss zusätzlich das dort vergebene VLAN erlaubt werden (vlan particpate include 999). Aktivieren Sie für die in Schritt 1.3.2 vergebene VLAN-ID das VLAN-Tagging (vlan tagging 999). 


1.7 Downlink-Port zu untergeordneten Switches vorbereiten:

1.7.1 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.7.2 Passen Sie die folgenden Parameter an:

1.7.3 Die VPC-Konfiguration auf dem VPC-Node-1 ist damit abgeschlossen.



2. Konfiguration von VPC auf dem VPC-Node-2:

2.1 Wechsel der Stacking-Ports in den Modus "Ethernet": 

2.1.1 Verbinden Sie sich über die serielle Schnittstelle mit dem zweiten Switch (VPC-Node-2) und geben den Befehl enable ein, um erweiterte Rechte zu erlangen.

2.1.2 Geben Sie den Befehl show stack-port ein, um zu prüfen, welche Ports noch im Modus Stack konfiguriert sind. In diesem Beispiel sind das die Ports 1/0/29 und 1/0/30.

2.1.3 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.1.4 Passen Sie die folgenden Parameter an:

Der Neustart vom Switch ist zwingend erforderlich, um den Port-Modus von Stack auf Ethernet zu ändern.


2.2 Port-Änderung kontrollieren und VPC aktivieren:

2.2.1 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.2.2 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.2.3 Aktivieren Sie mit dem Befehl ip routing global die Routing-Funktion.


2.3 Layer-3-Interface für das VPC-Keepalive einrichten:

Für den VPC-Keepalive (Split-Brain-Erkennung) benötigen beide Switches ein dediziertes Layer-3-Interface. Für diese Aufgabe kann entweder ein Outband-Interface (Service-Port / OOB) oder ein Inband-Interface (VLAN-Interface) verwendet werden.

LANCOM Systems empfiehlt auf Switches mit Service-Port diesen für das VPC-Keepalive zu verwenden. Lediglich der XS-6128QF verfügt nicht über einen Service-Port, sodass auf diesem für das Keepalive ein VLAN-Interface konfiguriert werden muss.

2.3.1 Layer-3-Interface für das VPC-Keepalive auf den Service-Port einrichten (XS-4530YUP, XS-4554YUP, YS7154CF, CS-8132F):

2.3.1.1 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.3.1.2 Passen Sie die folgenden Parameter an:

Sollen die VPC-Nodes auch mit dem Internet kommunizieren, muss auf dem Service-Port zusätzlich ein Gateway angegeben werden. Verwenden Sie dazu den Befehl serviceport ip <IP-Adresse> <Subnetzmaske> <Default-Gateway>.

In diesem Beispiel sieht der Befehl also wie folgt aus:

serviceport ip 10.10.10.2 255.255.255.0 10.10.10.100


2.3.2 Layer-3-Interface für das VPC-Keepalive auf einem VLAN-Interface einrichten (nur XS-6128QF):

2.3.2.1 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.3.2.2 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.3.2.3 Passen Sie die folgenden Parameter an:


2.4 VPC-Domain erstellen und VPC-Keepalive aktivieren:

2.4.1 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.4.2 Passen Sie die folgenden Parameter an:


2.5 System-MAC anpassen:

Damit sich beide VPC-Nodes gegenüber untergerordneten Switches ohne VPC-Unterstützung als ein Gerät präsentieren können, muss auf den beiden VPC-Nodes eine virtuelle MAC-Adresse für das VPC angegeben werden.

Passen Sie die folgenden Parameter an:

Um Konflikte mit anderen Systemen zu vermeiden, empfiehlt es sich eine Locally Administered MAC Address (LAA) zu verwenden. Wenn ein MAC Address Generator genutzt wird, ist darauf zu achten, dass das U/L Flag = 1 gesetzt wird (LAA).

Werden weitere VPC-Nodes im Szenario betrieben, muss auf diesen eine abweichende System-MAC vergeben werden. Ansonsten führt dies zu Kommunikations-Problemen!


2.6 VPC-Peer-Link erstellen:

Das Management-VLAN darf den VPC-Peer-Link nicht passieren. In der Standard-Einstellung ist das VLAN 1 als Management-VLAN hinterlegt. Sofern dieses VLAN den VPC-Peer-Link passieren soll, muss das Management-VLAN durch ein Dummy-VLAN ersetzt und die Routing-Funktion für dieses VLAN aktiviert werden.

2.6.1 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.6.2 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.6.3 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.6.4 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.6.5 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.6.6 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.6.7 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.6.8 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.6.9 Passen Sie die folgenden Parameter an:

Wurde das Layer-3-Interface für das VPC-Keepalive in Schritt 1.3.2 auf einem XS-6128QF eingerichtet, muss zusätzlich das dort vergebene VLAN erlaubt werden (vlan particpate include 999). Aktivieren Sie für die in Schritt 1.3.2 vergebene VLAN-ID das VLAN-Tagging (vlan tagging 999). 


2.7 Downlink-Port zu untergeordneten Switches vorbereiten:

2.7.1 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.7.2 Passen Sie die folgenden Parameter an:

2.7.3 Die VPC-Konfiguration auf dem VPC-Node-2 ist damit abgeschlossen.



3. Weiterführende Schritte:

Konfigurieren Sie auf dem Downlink-Switch LACP, wie in einem der folgenden Knowledge Base Artikel beschrieben:



4. VPC-Status auf den VPC-Nodes auslesen:

Den VPC-Status können Sie auf den VPC-Nodes über den Konsolen-Befehl show vpc brief auslesen.



 


Thank you for your feedback! You can also send us constructive suggestions for improving our knowledge base or ideas for new articles by email to knowledgebase@lancom.de.